Kunstkalender 2024 – Kalenderblatt Oktober
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Er war gerade aus dem Fotostudio von Michael Zirn gekommen, wo sein Vater Johannes Triponescu, ein Fotograf, ausgebildet worden war. Die beiden hatten Leon Triponescu mit der Technik des Emulsionierens vertraut gemacht und ihn bei der Herstellung eines neuen Bildes unterstützt. Dieses Bild, eine Leinwand, die zuvor mit der Airbrush-Pistole bemalt worden war, wurde in diesem Fotostudio mit einem Motiv belichtet, das der Künstler bei einem Urlaub in Südostasien fotografiert hatte. Das fertige Werk hatte der Künstler an der Bushaltestelle abgestellt, bevor er bemerkte, dass der überdachte Wartestand mit Anzeigetafel, Mülleimer und Kaugummiautomat dem Gemälde einen neuen Rahmen verlieh. Im Jahr darauf entstand dann aus der Fotografie mit dem in der Haltestelle abgestellten Bild ein neues Werk, in derselben Technik wie das alte. Leon Triponescu wählte es als seinen Beitrag zur Jahresausstellung und präsentierte es auf einer Wand, die er gemeinsam mit Künstlerfreunden im Graffiti-Style bearbeitet hatte und nun einen neuen Rahmen für das Bushaltestellenbild definierte. In der Installation überlagern sich also verschiedenste Bilder aus unterschiedlichen Zeitebenen, beginnen sich aus ihren ursprünglichen, oftmals alltäglichen Zusammenhängen zu lösen und definieren eine neue Geschichte. In seiner Vielschichtigkeit macht uns die Arbeit von Leon Triponescu bewusst, dass nur Bilder es vermögen, neue Bilder auszulösen. Dass Bilder immer aus bereits vorhandenen Bildern entstehen. Dass sie Schicht um Schicht unsere Begegnungen und Erfahrungen mit anderen Menschen spiegeln, unsere Erinnerungen konstruieren und unsere Vorstellungen von Zukunft formieren.
Text: Prof. Dr. Bernhart Schwenk
Der Künstler
