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Kunstkalender 2024 – Kalenderblatt Oktober

Metadaten

Kategorie
Kunstkalender
Mediatyp
Bilder, Video
Jahr
2024

Leon Triponescu

OHNE TITEL #2, 2023
Airbrush-Malerei, Fotoemulsion auf Leinwand
120 × 100 cm

Ohne Titel #2

»Das Motiv zeigt die Bushaltestelle „Wassermungenau“, an der ich beim Warten auf den Bus ein Bild abgestellt habe. Bei genauem Hinsehen kann man die Leinwand in der Mitte erkennen. Darauf hält eine Frau ihr Kind, das mit einem Fisch in einem Eimer spielt. Es handelt sich bei den beiden um die Ehefrau und den Sohn eines Freundes namens Bangkok, den ich beim Skaten im Indonesien-Urlaub kennengelernt habe.«
Leon Triponescu

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Wann, wie und wo entstehen Bilder? Zunächst entstehen sie in unseren Köpfen, nämlich dann, wenn uns etwas, das sich vor unseren Augen auftut, als eine überraschende Situation bewusst wird. Vielleicht als etwas Vertrautes, vielleicht auch als etwas völlig Fremdes. Manchmal prägt sich aber auch etwas völlig Unspektakuläres als Bild ein, vielleicht, weil wir Zeit haben, uns mit den Details dieser Situation zu befassen. So oder ähnlich dürfen wir uns wohl die Entstehung der Fotografie von der Bushaltestelle im fränkischen Wassermungenau vorstellen, die später zum Ausgangspunkt für die Malerei von Leon Triponescu wurde. In der 1000-Seelen-Gemeinde gab das Warten auf den Bus dem Künstler die Gelegenheit, sich auf die Bushaltestelle, einen scheinbar gewöhnlichen Ort, einzulassen.

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    Er war gerade aus dem Fotostudio von Michael Zirn gekommen, wo sein Vater Johannes Triponescu, ein Fotograf, ausgebildet worden war. Die beiden hatten Leon Triponescu mit der Technik des Emulsionierens vertraut gemacht und ihn bei der Herstellung eines neuen Bildes unterstützt. Dieses Bild, eine Leinwand, die zuvor mit der Airbrush-Pistole bemalt worden war, wurde in diesem Fotostudio mit einem Motiv belichtet, das der Künstler bei einem Urlaub in Südostasien fotografiert hatte. Das fertige Werk hatte der Künstler an der Bushaltestelle abgestellt, bevor er bemerkte, dass der überdachte Wartestand mit Anzeigetafel, Mülleimer und Kaugummiautomat dem Gemälde einen neuen Rahmen verlieh. Im Jahr darauf entstand dann aus der Fotografie mit dem in der Haltestelle abgestellten Bild ein neues Werk, in derselben Technik wie das alte. Leon Triponescu wählte es als seinen Beitrag zur Jahresausstellung und präsentierte es auf einer Wand, die er gemeinsam mit Künstlerfreunden im Graffiti-Style bearbeitet hatte und nun einen neuen Rahmen für das Bushaltestellenbild definierte. In der Installation überlagern sich also verschiedenste Bilder aus unterschiedlichen Zeitebenen, beginnen sich aus ihren ursprünglichen, oftmals alltäglichen Zusammenhängen zu lösen und definieren eine neue Geschichte. In seiner Vielschichtigkeit macht uns die Arbeit von Leon Triponescu bewusst, dass nur Bilder es vermögen, neue Bilder auszulösen. Dass Bilder immer aus bereits vorhandenen Bildern entstehen. Dass sie Schicht um Schicht unsere Begegnungen und Erfahrungen mit anderen Menschen spiegeln, unsere Erinnerungen konstruieren und unsere Vorstellungen von Zukunft formieren.

    Text: Prof. Dr. Bernhart Schwenk

    Der Künstler

    Leon Triponescu
    Leon Triponescu
    2000

    geboren in Nürnberg

    Seit 2021

    Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, zunächst bei Kerstin Brätsch, seit 2022 bei Michael Hakimi