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Kunstkalender 2021 – Kalenderblatt Mai

Metadaten

Kategorie
Kunstkalender
Mediatyp
Bilder, Video
Jahr
2021

Technische Daten

  • Silja Beck , Theresa Hartmann, Jonas Hoffmann, Simona Leyzerovich, Paul Wick
  • Radio Flatter
  • 2020
  • Internet Radio

Radio Flatter

Diese weltweit noch nie dagewesene Situation wird sich vermutlich erst mit historischem Abstand begreifen lassen. Die Corona-Pandemie hat unser Leben mit einem Schlag verändert.
Der weitgehende Verzicht auf persönliche Kontakte im Frühsommer erzwang neue Lösungen, um nicht nur in Verbindung zu bleiben, sondern mit dem technischen Möglichen zugleich kreativ auf die bislang kaum vorstellbare Situation zu reagieren. Dabei war der Blick in die Vergangenheit manchmal sehr nützlich. Kommunikation und Mobilität sind schließlich keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. In der Projektklasse Interaktive Medien/Dynamische Akustische Forschung entwickelte sich die Idee, auf ein klassisches Medium des 20. Jahrhunderts zurückzugreifen: Radio.

Das erste weltweit synchronisierte Medium überhaupt, dessen technischer Output heute natürlich hauptsächlich über das Internet funktioniert, schuf eine ideale Plattform, das Gefühl eines gemeinsamen Vorhabens wie der Jahresausstellung trotz einer geschlossenen Akademie und des Verzichts auf größere Menschenansammlungen aufrechtzuerhalten. Vielleicht sogar noch mehr. Denn die Umstellung auf das akustische Format verlangte einen neuen Umgang in der Vermittlung von Visuellem. Aktives Beschreiben und Reportagen machten einen Teil des Programms aus. Gleichzeitig wurden die vielfältigen Aktivitäten im akustischen Bereich hörbar. Von zahlreichen musikalischen Projekten, live gesendeten Auftritten von Bands und DJs bis zu Wortbeiträgen entstand ein buntes Netz von und (nicht nur) für die Studierenden der Nürnberger Kunstakademie.
Während der Sendezeit aus dem improvisierten Studio im Filmhaus-Café war zugleich eine lokale Basis eingerichtet, die zur (virenschutzgerechten) Anlaufstelle für die verstreuten Ausstellungen und Aktionen wurde. Der sogenannte analoge Raum konnte sich also in einem geschützten Bereich entwickeln, während der digitale Raum für die notwendige vernetzte Kommunikation sorgte.
Es war gut zu wissen, dass es sich um die kreative Arbeit von Menschen handelte, von Mitgliedern einer Gemeinschaft, die ohne anonyme Algorithmen und kommerziellen Interessen folgend, in einer fast archaischen Tradition »auf Sendung« ging. Das Flattern, die schnelle und spontane Bewegung, ist ein wunderbarer Begriff für das oft spontane »Reinflattern« von Gästen, deren Beiträge dann wieder aus dem Studio hinaus flattern konnten.

Text: Jochen Meister

Radio Flatter

Radio Flatter
4. Juni 2020

In einem digitalen Channel bildet sich eine Gruppe mit Radiointeressierten

5. Juni 2020

Erstes Treffen im Filmhauscafé Nürnberg. Das Radio heiß t von da an »Radio Flatter«. Erste Jingles entstehen.

6. Juli 2020

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch geht Radio Flatter live auf Sendung

7. Juli 2020

Der Sender zieht ins Filmhauscafé Nürnberg. Ein Studio entsteht. Reporter im Studio und unterwegs berichten vom Local Area Network, der Jahresausstellung der AdBK Nürnberg, die an unterschiedlichen Orten der Stadt stattfindet. Gleichzeitig wächst nun stetig ein Programm aus Livekonzerten, Hörstücken, Dj-ing, Audio Walks und vielem mehr

8. Juli 2020

Das Flatterschwein wird zum offiziellen Maskottchen des Senders

9. Juli 2020

Radio Flatter stellt um auf mobil und gibt sein physisches Studio auf. Es berichtet noch einmal von unterwegs und besucht die Eröffnung der Jahresausstellung München.

10. September 2020

Radio Flatter trifft sich, denkt über die Vergangenheit nach und was die Zukunft sein könnte

mixlr.com/radio-flatter