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Kunstkalender 2017 – Kalenderblatt August

Metadaten

Kategorie
Kunstkalender
Mediatyp
Bilder, Video
Jahr
2017

Technische Daten

  • Mateusz von Motz
  • Feels like space Again
  • 2016
  • 100 x 70 cm
  • Fotografie, Analog 35mm

 

Feels like space Again

Ein Tümpel, schwarz und düster, darauf Seerosen, wird von Sonnenstrahlen getroffen und verwandelt sich. Er erscheint plötzlich in den schönsten Farben, in Blau und Rosa, Grün und Gelb. Der helle Tag gewinnt Oberhand über den dunklen Grund. Es war ein glücklicher Zufall, der Mateusz von Motz gerade zu diesem Zeitpunkt an jenen Ort führte. Er wurde gepackt; er spürte eine innere Aufforderung, jetzt zum Fotoapparat zu greifen. Der magische Moment für das Auge stellte sich mit Verzögerung ein, denn Motz fotografierte mit einer Kleinbildkamera auf einem Negativfilm, der zunächst entwickelt werden musste. Schließlich wurde der analoge Abzug gescannt, und erst nach diesem Verfahren ist mit dem fertigen Foto die Magie des Augenblicks wieder hergestellt. Vielleicht ist sie sogar erst jetzt voll entfaltet. Von Motz sagt, er hole seine Bilder „aus der Vergangenheit“, was genau jene zeitliche – und auch räumliche – Distanz andeutet, die im analogen Fotografieren zwischen der Aufnahme und dem sichtbaren Resultat liegt.

 

Der Fotograf beschäftigt sich währenddessen mit anderen Themen; er macht neue Erfahrungen und trifft dann sozusagen einen alten Bekannten wieder, wenn er den Abzug in den Händen hält. Dieser Prozess macht deutlich, dass es nicht um ein permanent mögliches Abbilden, sondern um das eine, besondere Bild geht. Von Motz verwendet im Übrigen auch digitale Aufnahmeverfahren bis hin zum Smartphone. Die Technik ist nur Mittel zum Zweck: dem gültigen Bild. Dieses ist in unserem Fall zudem eine Auseinandersetzung mit drei Ebenen der Sichtbarkeit, die einen Raum bilden: dem Grund des Teichs, der Wasseroberfläche und der Reflexion des hellen Himmels. Dieser Raum, der sich unter dem dunklen Schleier befand, erscheint klar und schön, und dies verdankt er einer (fotografischen) „Aufklärung“. Das Motiv kann zugleich gesellschaftlich gedeutet werden, wenn im Finsteren und Abweisenden etwas sehr Schönes entdeckt wird.

Text: Jochen Meister

Der Künstler

Mateusz von Motz
Mateusz von Motz
1985

geboren in Chorzow, Polen, lebt in London und Nürnberg, arbeitet in London, studiert in Nürnberg

2008

Studium der Kunstgeschichte an der Universität Regensburg

2012

Studium der Architektur an der FH Regensburg

seit 2013

Studium der Fotografie an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Professor Jürgen Teller

2015

Gestaltung Salamé Magazin mit Professor Jürgen Teller und Studierenden der Fotoklasse Teller anlässlich Museumseröffnung Aïshti Foundation, Beirut

2016

Meisterschüler bei Professor Jürgen Teller

Ausstellungen:

2011

Take a look, Kunstverein GraZ Regensburg (Gruppenausstellungen)

2011

Pow, FAMA Art Festival Polen (Gruppenausstellungen)

2012

Tafelsilber, Siegmundkapelle Regensburg(Gruppenausstellungen)

2013

Über das ich, Martin Fengel, Akademie der bildenden Künste Nürnberg (Gruppenausstellungen)

2014

Why Photography Matters, kuratiert von Lars Blunck, Akademie der Bildenden Künste Nürnberg (Gruppenausstellungen)

2015

I love Hydra, Alexandre Karaivanov & Michael Ullrich EDEL, Nürnberg (Gruppenausstellungen)

Preise und Förderung:

2011

Tryton Award FAMA Art Festival Polen

2012

Stipendium Andreasstadel Regensburg

www.vonmotz.com