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Die drei Sieger des Businessplan Wettbewerbs Nordbayern 2016

Hightech-Sportkleidung, das „Zentrale Fundbüro im Internet“ und eine digitale Tast-Technologie für Blinde – neue Innovationen aus Nordbayern für den Weltmarkt

In der Continental Arena in Regensburg wurden die drei besten Gründer- und Unternehmerteams des Businessplan Wettbewerbs Nordbayern 2016 vorgestellt: Die Wearable Life Science GmbH aus Nürnberg, das „Zentrale Fundbüro im Internet“ aus Aschaffenburg und die Inventivio GmbH aus Nürnberg. Alle drei haben spannende Technologien entwickelt und können schon erste Erfolge im Markt verbuchen. Im Finale des dreiphasigen Wettbewerbs für die nordbayerische Gründerszene beteiligten sich 51 Teilnehmer-Teams. Mit der ausführlichen Expertise der Wettbewerbs-Jury auf jeden eingereichten Businessplan bietet der Wettbewerb eine breite Unterstützung für Gründer aus der Region.

Die Sieger im Finale des Businessplan Wettbewerbs Nordbayern 2016 mit den Gratulanten:<br /><p>Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (2.v.r.), Dr. Otto Beierl, Vorstandsvorsitzender der LfA Förderbank Bayern (2.v.l.), Dr. Carsten Rudolph, Geschäftsführer BayStartUP (ganz rechts), Adrian Altomari, Projektleiter BPW Nordbayern (ganz links).</p>
Die Sieger im Finale des Businessplan Wettbewerbs Nordbayern 2016 mit den Gratulanten:

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (2.v.r.), Dr. Otto Beierl, Vorstandsvorsitzender der LfA Förderbank Bayern (2.v.l.), Dr. Carsten Rudolph, Geschäftsführer BayStartUP (ganz rechts), Adrian Altomari, Projektleiter BPW Nordbayern (ganz links).

„Die bayerischen Businessplan Wettbewerbe sind eine ideale Plattform für Startups, sich und ihre Angebote zu präsentieren. Im Verlauf der drei Phasen können die Teilnehmer ihre Geschäftsidee optimieren. Dabei stehen ausgewiesene Experten mit Rat und Tat zur Seite. Das ist der erste Schritt zum späteren Erfolg. Die Businessplan Wettbewerbe tragen dazu bei, dass in Bayern eine neue Gründerkultur entsteht, quer über alle Branchen hinweg. Ich gratuliere den drei Sieger-Teams, aber auch allen anderen Teilnehmern“, sagt Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner anlässlich der Prämierung in Regensburg. 

„Den Siegern des nordbayerischen Wettbewerbs gratuliere ich zu Ihren großartigen Ideen! Für den nachhaltigen Erfolg eines Projekts ist natürlich auch eine passgenaue Finanzierung erforderlich. Damit gute Geschäftskonzepte nicht am Geld scheitern steht die LfA Gründern mit Förderkrediten, Risikoübernahmen und Venture Capital zur Seite. So werden aus jungen Unternehmern erfolgreiche Mittelständler von morgen“, so Dr. Otto Beierl, Vorstandschef der LfA Förderbank Bayern, als Sponsor des Wettbewerbs.

„Die Teilnehmer des diesjährigen Businessplan Wettbewerbs zeigen die ganze Bandbreite der Gründerlandschaft in Nordbayern. Es gibt eine ganze Menge viel versprechender junger Unternehmen in den Regionen, von denen die breite Öffentlichkeit nur die Spitze des Eisbergs sieht. Zum Beispiel hat das zweitplatzierte Gründerteam des BPW Nordbayern 2015, die iNDTact GmbH aus Würzburg, gerade den bundesweiten Deutschen Gründerpreis gewonnen“, so Dr. Carsten Rudolph, Geschäftsführer von BayStartUP. „Teilweise wissen auch die Nutzer nicht, dass ein regionales Startup hinter einem bekannten Produkt steckt: Die Tickaroo GmbH aus Regensburg etwa ist es, die für das bekannte Fußball-Magazin kicker die Android-App neu kreiert hat.“ Beide Startups, iNDTact und Tickaroo, gaben bei der Prämierungsfeier auf dem Podium Einblicke und Tipps für Gründer.

Im Businessplan Wettbewerb Nordbayern 2016 kamen in der dritten Phase 44 Prozent der 51 Einreichungen aus dem IT-Bereich. Jeweils 15 Prozent machten Gründerteams aus den Life Sciences und aus den klassischen Technologien wie Maschinenbau oder Elektronik aus. Aus Mittelfranken kamen in der Phase 3 rund 51 Prozent der Teilnehmer-Teams, 23 Prozent aus Unterfranken, 16 Prozent aus Oberfranken und 10 Prozent aus der Oberpfalz.
 

Die 3 Sieger des BPW Nordbayern 2016

Auf Platz 1 wurde die Wearable Life Science GmbH aus Nürnberg mit ihrer leistungssteigernden Funktionssportkleidung ANTELOPE prämiert. Durch leichte Stromimpulse werden die Muskeln während des Trainings stimuliert. Die Elektroden sind in Kompressionsanzüge integriert, dazu gehören eine kleine Elektronikeinheit sowie eine App zur Steuerung des Systems. Das System beruht auf der bereits weit verbreiteten EMS-Methode (Elektro Muskel Stimulation), die aber meistens nur an Geräten in speziellen Studios nutzbar ist. Der ANTELOPE-Anzug richtet sich nicht nur an ehrgeizige Profi- oder Hobbysportler, sondern auch an Menschen mit gesundheitlichen Problemen.
„Die Entwicklung eines noch nie dagewesenen Hightech-Sportprodukts ist eine komplexe Angelegenheit. Auf Entwicklungsebene wurden innerhalb von zwei Jahren Textilien, Elektroden, Leiterbahnen, Verkabelung sowie eine Hard- und Software speziell entwickelt und designt. Die Produktentwicklung wurde in den letzten Monaten weiter verbessert und das Team steht kurz vor der Fertigstellung der industriellen Produktion. Die Auslieferung an die bisherigen Kunden wird gerade vorbereitet.“, freuen sich die prämierten Gründer Kay Rathschlag, Patrick Thumm und Philipp G. Schwarz.
Im Internet konnten die Gründer schon große Erfolge verbuchen: Seit Oktober 2015 kann man auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo die ANTELOPE-Anzüge noch vor dem offiziellen Marktstart vorbestellen. Mit über 1.100 Fans aus 66 Ländern konnte das Gründerteam bereits über 1 Million US-Dollar einsammeln, um die Produktion anzuschieben. Auch Business Angels sind schon beteiligt und unterstützen das junge Unternehmen. Aktuell steht ANTELOPE kurz vor dem Abschluss der industriellen Fertigung des Produkts, die Auslieferung an die online Kunden wird vorbereitet. Der offizielle Launch findet im August in Rio de Janeiro statt. Während der Olympischen Spiele ist ANTELOPE u. a. beim Branchenpreis HYPE Award vertreten und wird dort als eines der TOP 50 der innovativsten Sport-Unternehmen der Welt präsentiert.

Auf Platz 2 wurde das „Zentrale Fundbüro“ aus Aschaffenburg ausgezeichnet. Das Gründerteam stellt sich als „Suchmaschine für Lost & Found” vor: Auf der Plattform können sich Nutzer direkt eintragen, wenn sie Gegenstände gesucht oder gefunden haben. Auch automatische Suchaufträge, z. B. „Handy verloren“ können geschaltet werden. Zudem durchforstet die Software hinter der Plattform tausende private und kommunale Fundseiten im Internet und fasst die Ergebnisse übersichtlich auf einer Karte zusammen. Speziell für Unternehmen hat das Gründerteam professionelle Lösungen entwickelt. Zum Beispiel Hotels, Fluglinien, Taxibetriebe und Behörden können ihre Fundsachen mit der Software und App „Fundbüro Manager“ verwalten, wobei die rechtlichen Anforderungen eingehalten werden. Das Gründerteam plant, schon früh den internationalen Markt zu erobern. Mit über drei Millionen Einträgen sei man aktuell das größte Onlinefundbüro der Welt.
Die getsteroo GmbH hinter dem Zentralen Fundbüro wurde im August 2015 mit Unterstützung eines Business Angels gegründet. ZentralesFundbüro.de entstand aus einer persönlichen Erfahrung, nachdem die Gründer die Suche von verlorenen Gegenständen extrem schwierig fanden. Aktuell wird das Partner- und Kunden-Netzwerk erweitert. „Das Zentrale Fundbüro war bereits in der Anlaufphase um weitere Datenlieferanten und Partner bemüht. Beispielsweise hat Tasso e.V., das größte Haustierregister Europas, eine direkte Schnittstelle zu ZentralesFundbüro.de eingerichtet. Kooperationen mit anderen IT-Diensten und Social Apps wie z. B. Nachbarschaft.net erhöhen zusätzlich die Reichweite unseres Service. Gespräche mit Key Playern wie Flughäfen, Airlines, etc. laufen bereits im fortgeschrittenen Stadium. Auch Versicherungen sind für den Bereich der Big Data-Analysen für das Zentrale Fundbüro interessant und erste Gespräche finden bereits statt. Zudem verlaufen Gespräche mit kommunalen Verbänden vielversprechend.“, so Markus Schaarschmidt, Antonio Vega und Tobias Freyberg.

Der dritte Sieger ist die Inventivio GmbH aus Nürnberg mit ihrer selbstentwickelten digitalen Tast-Technologie Tactonom. Ein einzigartiges Display ermöglicht es blinden Menschen, nicht nur Buchstaben sondern Informationen wie Stadtpläne, Tabellen, Bilder, Formen und vieles mehr zu ertasten. Mehr als 10.500 Tastpunkte befinden sich auf einer Fläche im DinA4 Format, während eine einzeilige Braillezeile nur 640 Tastpunkte hat.
„Über unser persönliches Umfeld haben wir Kontakt zu sehbehinderten Menschen. Aus diesem Grunde haben wir uns mit der Problematik befasst, wie blinde Menschen mit dem Computer umgehen. Dabei haben wir festgestellt, dass das heutige Angebot an Ausgabegeräten für blinde Menschen nur den Zugang zu textbasierten Informationen ermöglicht.“, erzählt das Gründertam Dr. Alexander Hars, Klaus-Peter Hars und Stefan Teschner. Eine besondere Herausforderung ist nicht nur die technische Machbarkeit: „Der Tactonom ist aufgrund seiner patentierten Technologie das einzige vermarktbare taktile Flächendisplay für blinde Menschen. Denn nur die dem Display zugrundeliegende Technologie ermöglicht es zu vertretbaren Kosten, ein Display mit tausenden Tastpunkten anzubieten.“
Das Produkt Tactonom wurde in enger Abstimmung mit Vertretern des Bayerischen Blinden und Sehbehindertenbundes (BBSB) und des Deutschen Vereins der Blinden in Studium und Beruf (DVBS) entwickelt. Die Produktion übernimmt ein auf Medizinprodukte spezialisiertes Fertigungsunternehmen. „Nachdem der Vorserien-Prototyp nun entwickelt ist, werden wir eine größere Anzahl des Tactonom produzieren, um das Display mit betroffenen Nutzern im Alltag zu testen. Danach beginnt die Vorbereitung des Markteintritts, der für das Frühjahr 2017 geplant ist.“, so das Gründerteam zum aktuellen Stand.
 

Businessplan Wettbewerb Nordbayern 2017

Der Businessplan Wettbewerb Nordbayern 2017 startet am 20. Oktober 2016 mit der nächsten „Startup Demo Night“ in Nürnberg. Interessenten können sich unter www.baystartup.de auf dem Laufenden halten.