Content
Zurück
Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner

Kolumne

Ilse Aigner
Bayerische Wirtschaftministerin und Vorsitzende des LfA-Verwaltungsrates

Foto: Christian Brecheis

„Drängendes Problem“

Ilse Aigner, Bayerische Wirtschaftministerin und Vorsitzende des LfA-Verwaltungsrates über die Komplexität des Übergabeprozesses

Oftmals fehlt im laufenden Geschäftsbetrieb einfach die Zeit dafür. Oder der Chef hält sich selbst für unersetzlich. Fakt ist jedenfalls, dass sich Unternehmer oft zu spät mit der Nachfolgefrage auseinandersetzen. Das kann unter Umständen sehr riskant sein und schnell ein Lebenswerk gefährden, das vom Unternehmen und seinen Mitarbeitern hart erarbeitet wurde. Vor allem, wenn man bedenkt, dass beinahe jede dritte Unternehmensnachfolge früher eintritt als erwartet.

Insgesamt stehen zwischen 2014 und 2018 etwa 24.000 Unternehmen mit rund 350.000 Beschäftigten zur Nachfolge an. Diese Zahlen haben Gewicht: Es betrifft nicht nur das einzelne Unternehmen, sondern unsere Volkswirtschaft insgesamt. Bayern ist wirtschaftlich erfolgreich und innovativ – dank seiner großen internationalen Konzerne, vor allem jedoch wegen der Leistungsfähigkeit der vielen kleinen und mittelständischen Betriebe. Oft sind es unsere Familienbetriebe, die den Menschen in der Region gut bezahlte und sichere Arbeitsplätze bieten und den Großteil der Ausbildungs­plätze stellen. Für diese Leistungsträger unserer Wirtschaft und damit auch für die Volkswirtschaft als Ganzes ist die Nachfolgefrage von zentraler Bedeutung.

„Beinahe jede dritte Unternehmensnachfolge tritt früher ein als erwartet“

Aus diesem Grund ist die Unternehmensnachfolge ein Schwerpunkt bayerischer Wirtschaftspolitik. Zahlreiche Maßnahmen des Bayerischen Wirtschaftsministeriums oder etwa die Fördermittel der LfA Förderbank Bayern unterstützen den Nachfolgeprozess. Das Problem ist damit aber noch nicht aus der Welt. Nicht selten unterschätzen die betroffenen Unternehmer und ihre potentiellen Nachfolger die Komplexität des Übergabeprozesses. Angesichts der demografischen Entwicklung wird diese Frage auch zu einem immer drängenderen Problem. Daher habe ich, zusammen mit unseren Partnern aus der Wirtschaft, eine Nachfolgeoffensive gestartet, um das Thema stärker in das Bewusstsein zu rücken und um auf das breit gefächerte Unterstützungsangebot hinzuweisen.

Offensive_Unternehmensnachfolge