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Würzburg bei Nacht

Projekte

FAKTEN
Finanzierung: Infrakredit Kommunal (LfA)
Projektstart: 2014
Standort: Würzburg
www.wuerzburg.de

Text: Marlene Irausek
Foto: PR

Würzburg leuchtet anders

Energiewende in Würzburg: Die Domstadt rüstet ihre Quecksilberdampfleuchten bis 2020 komplett auf LED-Lampen um

Weniger Kohlendioxid, weniger Energieverbrauch und besseres Licht: LED bietet viele Vorteile. Deshalb entwickelte die Stadt Würzburg ein Konzept, um die Beleuchtung der Straßen von Quecksilberdampf- auf LED-Leuchtmittel umzurüsten. Vom Stadtrat im Februar 2014 genehmigt, wird der von der Stadtverwaltung und den Stadtwerken ausgearbeitete Projektplan innerhalb von fünf Jahren umgesetzt. Hilfreich für den Beschluss war unter anderem die EU Richtlinie zur Nutzung von energieverbrauchenden Produkten. Seit 1. April 2015 dürfen demnach keine Quecksilberdampflampen, auch HQL-Lampen genannt, mehr in Umlauf gebracht werden. Gründe dafür sind neben dem hohen Stromverbrauch eine veraltete Technik und der Quecksilbergehalt. Bernd Hammer von der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH dazu: „Diese Vorgabe bedeutet aber auch, dass alle Quecksilberdampfleuchten, die bereits in Betrieb sind, weiter verwendet werden können. In Hinblick auf die Energie- und Kostenvorteile der LED-Leuchtmittel hat Würzburg jedoch beschlossen, auch alle noch vorhandenen HQL-Lampen umzurüsten."

Die städtische Beleuchtungsanlage ist Eigentum der Stadtwerke. Die sind jetzt auch für das Austauschprogramm zuständig und kümmern sich um die Beschaffung des Materials, die Montage und Wartung der Leuchtmittel sowie die Dokumentation. Insgesamt 16.278 Lichtpunkte umfasst das Stadtgebiet. Sie leuchten mit Quecksilberdampf-, Natriumdampf- und Leuchtstofflampen den Bewohnern ihren Weg. Zwischen 30 und 50 Jahre halten die bisherigen Leuchtmittel. 2014 waren noch genau 5.127 der Stadtleuchten mit Quecksilberdampflampen bestückt.

Bis zum Jahr 2020 stellt das Projektteam diese auf LED-Leuchtmittel um. Die Stadt Würzburg ist Auftraggeber der Umrüstung und für die Finanzierung des Vorhabens verantwortlich. Das Gesamtbudget beläuft sich auf 2,8 Millionen Euro und ist auf Raten im Etat eingeplant. Somit stehen den Stadtwerken jährlich zwischen 300.000 und 600.000 Euro zur Verfügung, um das Programm sinnvoll umzusetzen.

Damit schnell der gewünschte Energiespar-Effekt erreicht wird, werden die größten Energiefresser, in diesem Fall die 250- und 125-Watt-Quecksilberdampflampen, als Erstes getauscht. „Unterstützt wird unser energiesparendes Vorhaben auch von der LfA Förderbank Bayern. In den vergangenen zwei Jahren gewährte sie uns die Anträge auf den Infrakredit Kommunal", berichtet Ulrike Maihofer von der städtischen Finanzabteilung. Das Darlehen wird von der KfW Bankengruppe refinanziert und von der LfA zinsverbilligt.

Der Stand zur Halbzeit des Projektes ist für alle Beteiligten und die Umwelt gleichermaßen erfreulich. Da nicht alle Leuchtköpfe komplett ersetzt werden müssen, verläuft der Austausch schneller als geplant. Dadurch verringern sich die Kosten, und das veranschlagte Gesamtbudget wird nicht ausgeschöpft. Außerdem verzeichnet die Stadt bereits nach der ersten Umstellungsphase eine Energieersparnis von 93 Prozent. Auch der Blick in die Zukunft stimmt positiv: Sobald alle die Umrüstung betreffenden Lichtpunkte mit LED leuchten, wird die Residenzstadt pro Jahr 1,5 Millionen Kilowattstunden weniger Energie verbrauchen.